0 image description GRUNDBILDUNG, 8, August 2013

«DAS GOLD-GIRL VON LEIPZIG» UND DIE NEUE BILDUNGSVERORDNUNG FÜR DIE POLYGRAFIE.

Liebe Leserin, lieber Leser, wie ich, werden Sie sich zu Recht fragen, was das miteinander zu tun haben soll. Das Editorial von Paul Fischer im Fachheft viscom Nr. 14/15 schafft Klarheit über den Zusammenhang. Die Würdigung der Leistungen von Andrea Schmidheiny und Gratulation zur Goldmedaille bei den Drucktechnologen an den Worldskills artet am Schluss des Artikels in eine Stimmungsmache gegen die Kritiker an der neuen Bildungsverordnung der Polygrafie aus. In propagandistischer Manier, die einem an Systeme erinnern, an die wir uns eigentlich lieber nicht erinnern möchten, wird die Goldmedaille als Erfolg der Verantwortlichen vom Viscom zelebriert und gleichzeitig die Kritiker als notorische Nörgler am weltweit erfolgreichen Berufsbildungsmodell der Schweiz abgetan. Es wäre für mich nicht erstaunlich, wenn Herr Fischer in einer der nächsten Ausgaben behaupten würde, dass die duale Berufsbildung von Viscom erfunden wurde.

Auch die suggestiv formulierte Behauptung, alle Kritiker seien im Sold vom VSD ist nichts anderes als eine üble Stimmungsmache und Diffamierung. Was mich persönlich betrifft, ist das schlicht und einfach Lug und Trug. Im Gegenzug kann Herr Prof. Dr. Dörig, seines Zeichens pädagogischer Berater der Arbeitsgruppe zur Revision des Polygrafen, in der gleichen Ausgabe seine Lobeshymne auf die Auftraggeber und seine Schmutztirade gegenüber den Kritikern ausbreiten. Er selbst bezeichnet sich ja als neutraler Beobachter. Aber, die rund 1,2 Millionen Franken Honorar, die er für die Begleitung von rund 40 Reformen bisher erhalten hat, werden natürlich nicht erwähnt. Erwähnt wird auch nicht, dass rund die Hälfte der Mitglieder der BeQu, welche die neue Verordnung abschliessend behandelt hat, im Solde von Viscom stehen. Soviel zum Thema «… im Solde stehen …».

In einem Punkt unterstütze ich Herrn Fischer voll und ganz. Die Diskussion um die neue Verordnung ist mittlerweile müssig. Warten wir doch einfach die nächste Revision ab – nicht wahr. Zur rhetorischen Schlussfrage im Editorial, «Wird das die Branche verkraften?» eine Gegenfrage: Welche Branche ist wohl gemeint, wenn heute bereits geschätzte 50% der Polygrafinnen und Polygrafen in Firmen ausserhalb der Druck- und Vorstufenbranche arbeiten?

Im höchsten Mass bedenklich ist für mich die Haltung bzw. Nichthaltung von vielen Beteiligten. Stillschweigend tolerieren sie die mediale Hetze gegenüber den Kritikern und deren undifferenzierte systematische Verunglimpfung.

Fritz Maurer

Offener Brief von Fritz Maurer an Peter Theilkäs

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