0 image description TECHNIK, 28, August 2013

ENTSCHEIDUNGSHILFEN ZUM EINSTIEG IN E-BUSINESS PRINT

Die Prognosen und die bisherige Marktentwicklung sprechen eine deutliche Sprache. Während der Gesamtumsatz mit Druckerzeugnissen stagniert bis schrumpft, verzeichnet der Onlinevertrieb von Print-Produkten einen deutlichen Zuwachs – und dies schon seit Jahren. Im E-Business Print liegt also eine klare Chance, sein Druckgeschäft zu stabilisieren und, im Erfolgsfall, weiter auszuweiten. E-Business Print? Das ist das Prinzip des digitalen Vertriebs via Online-Plattformen von „analogen“ Druckprodukten. Solche Plattformen können etwa Onlineshops, Druckportale, Datenannahme-Websites oder auch mobile Apps sein. In seiner deutlichsten Ausprägung stellt E-Business Print das „digitale Druckunternehmen“ dar und hat gar keine klassischen Vertriebskanäle mehr. Jedoch ist das Aufsetzen eines erfolgreichen Online-Verkaufskanals keine triviale Sache und nicht „mal nebenher“ gestartet.

Haben Sie eine Geschäftsidee?
Es mag ja eine dicke Motivation sein, lieber tausende potentielle Online-Kunden zu haben statt in der Abhängigkeitsfalle weniger regionaler Großkunden zu sitzen, doch damit ist noch kein Geschäftsidee gefunden. Ein „Wir drucken alles“ reicht aber auch nicht. Der stationäre Buchhandel beispielsweise verkauft auch alles, was eine ISBN-Nummer hat, der Mehrwert für den Kunden im Online-Buchshop entsteht aber woanders, wie man leicht am eigenen Online-Einkaufsverhalten feststellen kann. Und mit hoher Qualität eines Druckerzeugnisses lässt sich vor dem Kauf am Monitor noch niemand überzeugen. Was man haben sollte, bevor sich alle weiteren Fragen zur Realisation von E-Business Print stellen, ist die Geschäftsidee, die dem Online-Kunden einen Mehrwert verschafft. Welcher Art sollte diese Idee sein? Ganz einfach, oder auch nicht: Sie sollte zunächst einmal Ihre eigene sein. (Und wenn schon copycat: Dann sollte die Kopie wesentlich besser sein.) Oft führen Originalität, ein schickes „einmaliges“ Produkt oder eine spezielle Vermarktungsidee zum Erfolg.

Für Unternehmer stellt sich auch die Frage, welche Märkte bedient werden sollen (Consumer, Prosumer, Nischen, Business, Bestandskunden,…) und ob dies direkt oder mittelbar sowie mit welcher Produktauswahl für wen erfolgen soll. Daraus ergibt sich, wieviele Online-Präsenzen (Shops, Portale) in welcher Form (open shop, closed shop, affiliate shops, B2C, B2B, B2B2C,…) geschaffen werden müssen. Mehrere Online-Präsenzen? Reicht nicht ein Shop vollkommen aus? Jein, je nach Zielgruppe(n) sollte man sich auch Shop-seitig darauf einstellen. So können über „Untershops“ jeweils eigene Zielgruppen angesprochen werden.

Sind die Prozesse im Unternehmen fit für den Online-Kanal?
Viele Druckunternehmen machen den Fehler, sich zu sehr auf ihre Stärken im Kern des Unternehmens zu verlassen: Druckdaten aufbereiten, drucken, vielleicht veredeln, weiterverarbeiten. Diese Produktionsschritte sind aber nur ein Teil des Online-Geschäftsprozesses. Eine Standardisierung ist hier Pflicht, nicht Kür. Automatisierungspotentiale, bei E-Business Print beispielsweise oftmals bei der Sammelformerstellung, sollte man dabei nutzen.

Shop-Systeme, Zahlungssysteme, Customer Relations, Versandlogistik, Auftragstracking, In-Time-Fulfillment,… E-Business Print bedeutet eine ganze Reihe an IT-Prozessen, die sich nur teilweise sinnvoll outsourcen beziehungsweise an Dienstleister vergeben lassen. Man bedenke auch, dass von Online-Vertriebsstellen erwartet wird, 24/7 geöffnet zu haben. Dazu benötigen Unternehmen das entsprechende IT-Knowhow. Und entscheidend ist auch eine Online-Marketingstrategie, die beinhaltet, dass man als Internet-Marke bekannt wird (sprich: gefunden wird) und beim Online-Kunden Vertrauen gewinnt.

Welche Software-Lösungen sind geeignet?
Der Markt an Lösungen für E-Business Print ist bereits deutlich differenziert und richtet sich übrigens auch an Unternehmen, die nicht aus dem Druckbereich stammen. Die im April 2013 von der zipcon consulting GmbH gestartete Recherche-Datenbank EPOS (E-Business Print Online Studie, www.epos-studie.de) unterscheidet hier zwischen folgenden Segmenten:

Online Printshop: Dient zur Verwaltung und Bestellung von Druckprodukten; klassischer E-Commerce, ergänzt um Print-spezifische Funktionen wie Bereitstellung von Druckdaten und Kalkulation.

Web-to-print: Diese Systeme bieten Funktionen zur Druckdatenerstellung, -bereitstellung und -personalisierung. Web-to-print ist also nur ein Teilbereich des E-Business Print.

Remote Publishing: Hier gehen die Funktionen über die von Web-to-print-Systeme hinaus. Beispiele hier sind redaktionelles und kollaboratives Arbeiten an Publikationen oder integrierte Freigabe- oder Übersetzungsworkflows.

Editoren: In Web-to-print oder Remote Publishing dienen die Editoren der direkten Online-Drucksachengestaltung, dem die Drucksachenerzeugung in einer Render Engine folgt. Editoren können grafischer Natur oder Formulareditoren sein. Aufgrund der Modularität vieler E-Business-Print-Lösungen sind die Editoren in der EPOS Studie eigens behandelt.

MIS (Print): Als Teil von Management Information Systemen werden E-Business Print Organisationsprozesse abgebildet.

Brandmanagement: Dient der Markenführung von Unternehmen; als Teil davon finden angepasste Web-to-print-Prozesse statt. In Hinblick auf Druckprodukte steht das Einhalten des Corporate Design sowie eine zentralisierte, kontrollierte und automatisierte Produktion im Vordergrund.

Die Recherche-Datenbank für Entscheider
Die relevanten Anbieter von Lösungen dieser Segmente sind in der EPOS Studie tagesaktuell abruf- und vergleichbar. Über eine intelligente Suchfunktion wird der Anwender dabei Schritt für Schritt zu den passenden Marktlösungen geführt. Mehr als 600 Details wurden bei der Recherche durch das Redaktionsteam abgefragt, die regelmäßig aktualisiert werden. Zudem lassen sich Dossiers der einzelnen Produkte als PDF herunterladen oder bis zu drei unterschiedliche Lösungen direkt vergleichen. Die Ergebnisse des Vergleichs lassen sich von Premium-Mitgliedern unlimitiert im Rahmen des Funktionsumfangs nutzen. Unentgeltlich registrierte Anwender können diese kostenpflichtig als PDF-Datei erwerben. Bei den kostenpflichtigen Zugängen haben Anwender die Wahl zwischen dem 12-Monats-Premium-Paket oder dem Starter-Zugang, der für drei Monate gültig ist.

Schon gewusst? Mitglieder des VSD und publishingNETWORK erhalten 10% Rabatt auf die kostenpflichtigen Zugänge zur EPOS Studie.

Bernd Zipper
epos@zipcon.de

Der Autor ist Gründer und Geschäftsführer der Unternehmensberatung zipcon consulting, die international aktiv ist und sich mit ihrem ganzheitlichen Beratungsansatz auf Innovations-Consulting für Print, Medien und Publishing spezialisiert hat. Die Online-Ausweitung von Geschäftsfeldern ist dabei ein Schwerpunkt.

EPOS ist die leistungsstarke Plattform für Ihre Recherche in allen Bereichen des Geschäftsfeldes E-Business Print.

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