0 image description TECHNIK, 30, August 2013

CROSSMEDIALE WEGWEISER

Wenn wir als Medienproduktioner beim Fachsimpeln von multimedialen Kampagnen sprechen, so nicken alle meistens verständnisvoll. Ist ja klar, Crossmedia heisst Print und Web, was soll es da für Probleme geben? Die Technik zur Verknüpfung der beiden wichtigsten Medien ist bekannt und jede Software zur Vorlagenherstellung, die à jour sein will, beinhaltet Hilfen, damit der Content auch für die Internetseite aufbereitet werden kann. Oder auf dem Tablet oder gar im Mobile. Damit können wir die Kunden überzeugen! Wirklich?

Der Auftraggeber zweifelt nicht an den technischen Fähigkeiten, jedoch ist er vielfach unsicher, in welchen Fällen nun die neue Broschüre ins Web gestellt werden soll; zum Herunterladen oder in Auszügen auf speziellen Microsites? Hier fangen die Probleme an: die technischen Möglichkeiten sind keine Garantie, dass der Nutzer auch die vermittelte Botschaft erhält. Es braucht ein crossmediales Konzept, eine multimediale Mechanik, um den Inhalt im richtigen Moment an die rechte Zielgruppe zu bringen. So dass diese unsere Information überhaupt wahrnimmt und – vor allem – auch reagiert. Dies hat wenig mit Technik und viel mit Erfahrung aus realisierten Crossmedia-Cases zu tun.

Doch solche Praxisfälle sind rar. Viele hüten ihr Wissen aus der Auswertung von multimedialen Kampagnen in den eigenen vier Wänden und geben darüber keine Auskunft. Erste Beispiele veröffentlichte der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger VDZ um zu beweisen, dass Zeitschriften in der Crossmedia-Mechanik ein wichtiges Bindeglied sind. In der Schweiz kreierte die Goldbach Media Group den „Crossmedia Award“, sie zeichnet damit erfolgreiche Beispiele aus und verleiht sich so die Aura eines multimedialen Vermarktes. Und vor kurzem hat ein deutsches Branchenportal für e-Commerce eine Reihe interessanter Crossmedia-Fälle aufgelegt. Zur Ansicht im Netz oder zum (kostenlosen) Herunterladen einer gut 100-seitigen Broschüre als PDF. Ein Blick in diese lohnt sich jedenfalls.

Dieses Whitepaper trägt den stimmigen Titel „Local Heroes“ und enthält 25 Fallbeispiele, die eine gelungene On- und Offline-Verknüpfung aufweisen. Sie sind gegliedert nach Anwendergruppen, von lokalen Einzelhändlern bis zu weltweiten Plattformbetreibern. In 5 Gruppen werden 5 Fallbeispiele beschrieben, die für die Zukunft von eCommerce wegweisend sind, auch für andere Branchen. Denn immer spielt das Offline-Medium eine Rolle. Beispielsweise beim Tante Emma-Laden das peppige Design des realen Shops. An dem auch QR-Codes angebracht sind für solche, die ausserhalb der Öffnungszeiten vorbeischauen und so zurück in die virtuelle Welt von Emmas Enkel geführt werden, die immer zugänglich ist. In gut lesbarer Form und einprägsamer Weise werden die einzelnen Fälle beschrieben, so dass auch eDebütanten sich rasch ein Bild vom Geschäftsmodell machen und die Entwicklungsmöglichkeiten abschätzen können. Dies sind auch die Eckpunkte, um im Crossmedia-Geschäft vom Fleck zu kommen. Der Kunde soll Vorstellungen erhalten, was die empfohlene Medienkombination für Vorteile hat und wie sich dieses Kommunikationskonzept weiterführen lässt. Auf diese Art lässt sich der Auftraggeber für einen Crossmedia-Deal besser überzeugen als von einer rein durch die Technik getragenen Lösung.

Hannes Zaugg, hzaugg@print.ch

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