0 image description NEWS,TECHNIK, 9, Februar 2015

25 Jahre «photoshoppen»

Alles fing im Jahre 1987 mit dem kleinen Programm Display an: Thomas Knoll, damals Student der University of Michigan, entwickelte eine Erweiterung für ein Programm zur Darstellung von Schwarz-Weiss-Bildern, erste Effekte waren damit jedoch bereits möglich. Bruder John, beschäftigt bei Industrial Light and Magic, arbeitete schon damals mit dem ersten Mac und überzeugte Thomas, auf der Basis von Display ein umfangreicheres Bildbearbeitungsprogramm zu entwickeln. Die Brüder nannten das Programm fortan Image Pro. Unter diesem Namen wurde es dann zusammen mit einem Scanner der Firma Barneyscan XP ausgeliefert.

Zu Adobe kam die Lösung ein Jahr später, im Oktober 1988. Entdeckt wurde sie von Art Director Russel Brown, der zu dieser Zeit versuchte, zusammen mit dem Hersteller Letraset das Programm Color Studio weiterzuentwickeln, jedoch in Image Pro das grössere Potenzial sah. Adobes erste Software war damals übrigens Illustrator! Zu dieser Zeit lief dann die vielversprechende Lösung unter ihrem dritten Namen Photoshop. Das Programm stellte bereits viele der bekannten Werkzeuge zur Verfügung, etwa Pinsel, Kopierstempel oder das Verlaufswerkzeug, und beinhaltete Korrektur-Funktionen für Farbe, Tonwerte und Sättigung.

Der offizielle Vertrag mit Adobe im April 1989 machte die beiden Brüder reich: Ihnen wurde eine Mindestsumme von 250.000 Dollar für die ersten zwei Jahre zugesagt, weitaus höhere Beträge standen danach aus. Im Februar 1990 wurde die Lösung dann endlich veröffentlicht – zunächst nur für den Mac. Photoshop 1.0 kam in Form einer, mit 1,44 MB bestückten Diskette, kostete knapp 900 Dollar und wurde zu einem andauernden Erfolg – obwohl zunächst mit einem Verkauf von nur etwa 500 Exemplaren gerechnet wurde.

Der Plattform blieben die Entwickler zunächst treu; Version 2.0 mit dem Codename Fast Eddy erschien anderthalb Jahre später. Es war die erste Version, die sich auf Pfade verstand. Erst im November 1992 lief Photoshop als Version 2.5 dann auch auf Windows, ein Jahr später eroberte Photoshop 2.5 auch die beiden Unix-Betriebssysteme Solaris und IRIX. Den grossen Durchbruch schaffte Photoshop im September 1994 mit der Version 3.0, die erstmals Ebenen zeigte. 1995 verkauften Thomas und John Knoll die Photoshop-Rechte für 34,5 Millionen US-Dollar an Adobe, Thomas Knoll blieb jedoch weiter als führender Photoshop-Entwickler bei Adobe – bis zur Version CS4.

Photoshop wird erwachsen
Angeregt durch den Erfolg entwickelte sich das Programm rasant weiter. Etwa aller ein bis zwei Jahre gab es eine neue Version, jede brachte wichtige neue Funktionen, die wir heute als selbstverständlich erachten:
– Ende 1996 lieferte die Version 4.0 bereits Aktionen und Einstellungsebenen.

– Strange Cargo, Photoshop 5.0, ermöglichte dann ab Mai 1997 die Bearbeitung von Text ohne vorheriges Rastern; zuvor rechnete Photoshop alle Texte direkt in Rastergrafiken um. Zum Erstellen einer Auswahl gab es nun das Magnetische Lasso-Werkzeug und ein Protokoll.

– Es folgte im Februar 1999 die Version 5.5, die Adobe ImageReady zur Bearbeitung der Bilder für das Web enthielt. Ebenfalls die Optionen zum Speichern für das Web wurden optimiert.

– Mit überarbeiteter Oberfläche erschien im September 2000 die Version 6.0. Diese Version lieferte erstmals Ebenenstile, Vektorformen und den Verflüssigen-Filter. Zudem konnten nun bis zu 8000 Ebenen angelegt werden, zuvor waren „nur“ 99 Stück möglich.

– Ab Version 7.0 (März 2002) waren Texte nun vollständig vektorisiert und es gab ein weiteres Reparatur-Werkzeug. Zudem gab es optional ein Camera-Raw-Plug-in.

Mittlerweile war Photoshop zu einem mächtigen Werkzeug herangewachsen, das sich immer mehr an den Bedürfnissen professioneller Bildbearbeiter orientierte. Zugleich setzen sich Digitalkameras immer mehr im Heimanwenderbereich durch. Bildbearbeitung war bald nicht mehr nur noch in DTP-Betrieben oder Agenturen zu finden, auch am heimischen Computer wurden wahre Bilderfluten gesammelt, sortiert und korrigiert.

Photoshop war und ist die Nummer 1 – ohne ernstzunehmende Konkurrenz. Ein Projekt gibt sich aber seit Jahren Mühe, an das Vorbild heranzukommen: Gimp. Die Software schafft das in vielen Bereichen auch – und ist dazu sogar gratis: «Sing hallelujah!» – ein «Happy Birthday» singen wir heute aber nur für Photoshop.

Quelle: Giga Software

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