1 image description NEWS,TECHNIK,VERANSTALTUNGEN, 26, September 2016

Willkommen in der Zukunft

Im Fotostudio der Ligth + Byte AG in Zürich fanden nach der Generalversammlung im Rahmen des Treffpunkt des Fachverband publishingNETWORK zwei Referate zum Thema Computer Generated Imagery (CGI) und Steroskopie, Bilder mit Tiefe, statt. Die beiden Referenten führten die Anwesenden ein Stück näher an die Zukunft von Bild, Produkteverkauf und Werbung heran.

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Christian Frahm, Diplomierter Digital Artist

Computer Generated Imagery (CGI)

Christian Frahm, Diplomierter Digital Artist aus Stuttgart, führte in die Grundlage CGI ein. Für ihn ist CGI die Basis für weitere Technologien, die in nächster Zeit in immer schnelleren Zyklen auf den Markt kommen. Längst wird CGI nicht mehr nur in Kinofilmen oder Games eingesetzt, sondern auch in der Industrie, und zwar in der gesamten Wertschöpfungskette – vom Design übers Engineering bis hin zu Marketing und Vertrieb. Die Vorteile der virtuellen Fotografie liegen auf der Hand: Unternehmen können viel früher im Entwicklungsprozess beginnen an Werbemotiven zu arbeiten und können Produkte darstellen, die es noch gar nicht gibt.

Mit Virtual Reality mitten drin statt nur dabei
In der Computer Grafik wird die Realität digitalisiert, bei der Virtual Reality wird diese zur erlebbaren Realität – mit allen Gefahren, die eine solche Technologie vor allem im Game-Bereich bietet. Für Christian Frahm geht mit dieser Entwicklung die digitale Revolution so richtig los. Man ist mit Virtual Reality mittendrin statt nur dabei.

Mit einem Video eines Disney Animators zeigte er sehr schön auf, was mit der Technologie heute schon umgesetzt werden kann. Alle Firmen mit Produkten müssen sich in nächster Zeit Gedanken machen in welcher Form sie diese in einem Webshop zum Verkauf anbieten wollen, auch hier hatte Christian Frahm ein paar interessante Beispiele…

Virtual Reality ist der Grundstein zu Augmented Reality
Während der Einzug von Virtual-Reality-Technologien in Unternehmen lange Zeit nur schleppend voranging, steigt seit zwei Jahren das Interesse rapide. Vor allem in Augmented und Mixed Reality sehen Unternehmen grosse Chancen für ihre Zukunftsfähigkeit.

Für Christian Frahm wird diese Technik den zukünftigen Arbeitsplatz entscheidend mitgestalten. Alle grossen Software-Konzerne engagieren sich in diesem Thema. Besonders interessant sind Virtual-Reality- und Augmented-Anwendungen für die Entwicklung neuer Produkte. Die Verwendung einer Virtual-Reality-Brille zeigt das Objekt virtuell, sodass es sich beispielsweise rundum (360 Grad) betrachten lässt. Dadurch bekommt man einen perfekten Eindruck vom zukünftigen Produkt, das zunächst nur in der Vision existiert. So lassen sich entdeckte Schwachstellen noch vor der Herstellung eines Prototyps korrigieren. Ausserdem können verschiedene Mitarbeiter das Design beurteilen. Das erlaubt, die Entwicklungskosten spürbar zu reduzieren.

Wo der Trend herkommt? Aus der Automobilbranche
Innovationstreiber für CGI in der Industrie sind gemäss Christian Frahm in den Pionierjahren vor allem die Automobilhersteller. Sie verfügten über die passenden Ausgangsdaten und die Budgets für die anfangs noch teure Technologie. Die Automobilbrache benötigte eine immer grössere Zahl an Visualisierungen in immer kürzerer Zeit. Das war mit normaler Fotografie gar nicht mehr zu schaffen. In seinem Referat zeigte er ein paar sehr eindrückliche Videoanimationen von Mercedes, die er in den letzten Monaten erstellt hatte.

Oben surfen, wenn die Welle bricht
Zum Abschluss seines Referates wagte Christian Frahm noch einen Ausblick in die nahe Zukunft: Für ihn ist klar, dass es immer mehr Content gibt und die Rechner und Prozessoren werden nochmals schneller. Wichtig ist es, jetzt den Einstieg in die Digitalisierung von Produkten konsequent zu beginnen. Die Welle ist aus seiner Sicht am brechen – jetzt gilt es, auf dieser erfolgreich zu surfen.

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Steroskopie:
Bilder mit Tiefe haben Zukunft

Urs Simmen ist Grafiker, aus der Region Zürich, und beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema der Steroskopie. In seinem Referat gab er einen Einblick zu der Technologie und zeigte auf, wo aus seiner Sicht diese auch angewendet werden kann.

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Urs Simmen, Grafiker und Experte Steroskopie

Nachdem man in der Fotografie bereits Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten Versuche unternahm, Bilder auch in 3D erscheinen zu lassen, begeisterten Mitte des 19. Jahrhunderts die sogenannten Stereoskope viele Leute. Die Gebrüder Lumiére, Erfinder des Cinematographen, experimentierten Ende des 19. Jahrhunderts mit dreidimensionalen Aufnahmen. Aber erst mit der neuen, digitalen Technik und der jetzigen Leistungsfähigkeit der Hard- und Software, erreicht 3D einen Qualitätsstandard, der auch die Massen zu begeistern vermag. Einer Etablierung steht damit nichts mehr im Weg.

Räumliches Sehen – ein Wunder der Natur
Damit räumliches Sehen möglich wird, muss das Gehirn viele Informationen verarbeiten, darunter auch die sogenannten Tiefenhinweise. Dabei unterscheidet man zwischen den monokularen (=einäugig) und binokularen (=zweiäugigen) Tiefeninformationen.

Die Anaglyphen-Technik, dem Laien besser bekannt als Rot-Grün-Technik, wurde bereits 1853 entdeckt und in den 70er Jahren weiterentwickelt. Urs Simmen zeigte den Teilnehmern ein paar Beispiele und verteilte allen eine Brille um diese Effekte auch zu erleben. Die Trennung der beiden stereoskopischen Sequenzen erfolgt über komplementäre Farbfilter (rot-grün, rot-blau oder rot-cyan).  Beide Signale werden dann übereinander gelegt und auf dem Beamer oder einem Bildschirm überlagert dargestellt. Die Qualität der 3D-Aufnahmen im Anaglyphverfahren lässt allerdings oft zu wünschen übrig, vor allem die Farbgebung ist durch die Farbfiltertechnik sehr eingeschränkt und eine konsequente Bildtrennung ist nicht gewährleistet.

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Polarisationstechnologie in Kino, Werbefilmen und …
Die Polarisations-Technik findet vor allem im Kinobereich (IMAX) ihre Anwendung. Dabei erfolgt die Trennung der Bilder durch polarisiertes Licht. Einer Lichtwelle wird dabei eine bestimmte Schwingungsrichtung zugeordnet. Linear polarisiertes Licht hat die Eigenschaft, nur in einer bestimmten Richtung bzw. Ebene zu schwingen. In den Werbefilmen werden oft stereoskopische Aufnahmen zur Darstellung spezieller Effekte verwendet, um eine räumliche Tiefe zu simulieren.

Für Urs Simmen gibt es Geschäftsfelder die sich für diese Technik eignen. Zum Beispiel für Bildhauer, um ihren Objekten in einem Prospekt eine räumliche Tiefe zu geben. Mit der Entwicklung von höheren Auflösungen (4K) in Bildschirmen und Fernsehgeräten werden einige Hersteller nochmals Projekte für 3D-Anwendungen lancieren. Mit einer Shutterbrille, wie es zum Beispiel Samsung bei seinen Fernseher macht, können dem Betrachter bereits jetzt sehr gute 3D-Eindrücke visualisiert werden. Das geschieht durch abwechselndes Abdunkeln des linken und rechten Brillenglases, gesteuert über ein Infrarotsignal, das vom Projektor, Monitor bzw. dem Abspielmedium übertragen wird.

Und zum Schluss
Beim anschliessenden Apéro konnte das Netzwerk um interessante Kontakte und wertvolle Erfahrungen erweitert werden. Die Teilnehmer konnten ein paar interessante Beispiele von Urs Simmen am Bildschirm anschauen sowie eine Software (App) von Walter Huber zur automatischen Bildentwicklung und –aufbereitung (nach einem völlig neuen Konzept). Er bezeichnet diese PQF-App als Fotografie 5.0 mit neuem Potential.

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Für alle ein sehr spannender Abend, danke für Ihr Kommen und bis bald!

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Treffpunkt publishingNETWORK, Do. 22. Sept. 2016 | Publishingnetwork, 19. Mai 2017, 7:24

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